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23andme.com bietet ab sofort allen europäischen, und somit auch deutschen Kunden die Möglichkeit, einen individuellen Gentest via Internet durchzuführen. Wer es tatsächlich auf (s)eine Probe ankommen lassen will, bekommt vom amerikanischen Biotech Start-up 23andme sogar prompt ein Röhrchen mit Wattetupfer zugeschickt. Denn: Eine einfache Speichelprobe reicht völlig aus. Die persönlichen Ergebnisse des Tests können schon nach kurzer Zeit auf der Website von 23andme.com abgerufen werden.

Die Kosten für den Test liegen bei ca. 695 Euro plus 31 Euro Versand. Nicht gerade teuer für einen schonungslosen Einblick in die eigene Genetik, wenn die ungewisse Zukunft das Leben kosten kann. Was nur, wenn der Test eine ungemütliche Wahrheit ans Licht bringt? Grüner Star mit 34, Krebs mit 53 oder Alzheimer mit 66? Na ja, vielleicht immer noch besser als eine nachgewiesene Verwandtschaft zu Britney Spears oder Nikolai Walujew.

www.23andme.com

Kaum zu fassen: diese Geschichte klingt so verdammt skuril, dass man fast glauben könnte, sie wäre frei erfunden. Aber wer zum Teufel würde auf solche kranken Ideen kommen? Gerade brühwarm erzählt bekommen: In Indonesien wurde in einem Dorf ein Orang-Utan Weibchen als Prostituierte gehalten. Ihre „Puff-Mutter“ hat sie für die Freier (die zum größten Teil Männer sind) täglich rasiert und aufgehübscht. Tierschützer konnten das Tier nur mit 35 bewaffneten Polizisten befreien, weil sich die Dorfbewohner mit allerhand Waffen zur Wehr setzten. Das Beste an dieser Geschichte ist jedoch, dass es sich dabei scheinbar um keinen Einzelfall handelt: In Indonesien gibt es regelrechte Affenstriche. http://www.viceland.com/int/v14n10/htdocs/yo1.php?country=us

Chlorofilia 2106 ist eine hoffnungsvolle Zukunftsvision, die den erschütternden Schreckenbildern gigantischer Zukunftsstädte endlich mal mit einem positiven Ansatz entgegentritt. Frei nach dem Motto: „Organisch denken, nicht ökologistisch“. Schön ist vor allem, dass mit Chlorofilia eine inszenierte Geschichte entstanden ist, die zumindest versucht, die Lethargie des scheinbar unbeeinflussbaren globalen Verfalls in einen positiven Aktivismus umzuwandeln. Damit ist Chlorofilia zwar noch kein Patentrezept, keine Anleitung zur besseren Welt, aber immerhin ein lohnenswertes Gegenwicht zur allgegenwärtigen Schwarzmalerei. Sehr erfreulich.

Nachmittags im Lidl. Kasse 4. Ich lege meinen wohldurchdachten Discount-Einkauf aufs Fließband. Und kaum ist der Einkaufswagen im Eiltempo leergeräumt, stelle ich mir auch schon wieder diese semiphilosphische, alles entscheidende Frage: Bin ich jetzt ein Volliditot, wenn ich den neonfarbenen Trennbalken auf das Fließband lege, um meinen Einkauf vorschriftsgemäß von dem meines Hintermannes zu „trennen“? Dem geschätzen Hintermann quasi die ganze Arbeit, also das Drauflegen des Trenners, komplett abnehme, um ihn mit meiner „kleinen Aufmerksamkeit“ respektvoll zu würdigen? Oder bin ich ein Vollidiot, wenn ich genau das nicht tue, einfach den versierten Ignoranten spiele und solange warte, bis mein Hintermann, sichtlich angefressen, das gelobte Trennholz vor Wut von alleine auf das Fließband pfeffert, um mir wortlos zu verstehen zu geben, dass ich ein soziales Arschloch bin. Kann es tatsächlich sein, dass man heute als vermeintlich anständiger Mensch in einen Supermarkt geht und im schlechtesten Fall als soziales Arschloch wieder raus kommt?

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