Cyber-Biologie.
Oktober 9, 2008
Wenn ich meinen Freund Klaus nicht hätte, würden mir Entwickungen wie diese oft vorenthalten bleiben. Klaus ist mein Inspirationsfreund. Oder anders gesagt: wir führen eine Inspirationsfreundschaft. Immer im Zeichen der kompromisslosen Weitergabe von Ideen bzw. Neuem, Unglaublichem, Packendem, Beknacktem und Merkwürdigem - und immer mit der Gewissheit, gegenseitiges Interesse und besondere Aufmerksamkeit zu ernten - und das seit fast 20 Jahren. Auch das folgende Video stammt aus seiner Inspirationsküche: Die „Viecher“ im folgenden FIlm sind praktisch im Computer gewachsen, bzw. haben über eine algorithmisch implementierte Evolutionsstrategie laufen gelernt. .. Wie bitte? Ich kann es immernoch nicht glauben. Danke, du alter Perser-Teppich.
Man muss kein Freund von Flashmobs sein, um diese Form von kurzweiligem Darstellungsdrang zu mögen: Tatort Grand Central New York. Hunterte von Menschen mischen sich in einer Bahnhofhalle unauffällig unters Volk, um zur exakt gleichen Zeit zu regungslosen Gestalten zu „gefrieren“. Gleiches Prinzip, anderer Ort: Die Fressmeile einer Einkaufspassage. Etliche, scheinbar nicht zusammengehörige Besucher, präsentieren quasi aus dem Nichts heraus ein glamuröses Spontan-Musical inklusive Gesang und dramatischen Tanzeinlagen.
Hinter den teils aufwändigen Aktionen stecken die Flashmob-Aktivisten von ImprovEverywhere, die immer wieder mit perfekter Organisation und Umsetzung von stark Aufsehen erregenden Inzensierungen bis schwer schwachsinnigen Ideen überzeugen, und so die große Öffentlichkeit für einen kurzen Moment lang zur ausverkauften Kleinkunstbühne werden lässt. Wer selbst einmal teilnehmen will, findet unter www.ImprovEverywhere.com aktuelle Aktionen, Orte, Daten, Videos und Teilnahmebedingungen.
Video Aktion „Frozen Gand Central“:
Video Aktion „Food Court Musical“
Therapeutisches Zentrum für Hasenbesitzer auf Liebesentzug: Die „Church of the Cosmic Bunny“ ist eine (hoffentlich) nicht ganz ernst gemeinte Predigt für innere Harmonie und transzentrale Erleuchtung durch „Bunnyness“. O-Text: Here you can learn more about the process of awakening your own Inner Bunny and begin in-joying life, as the Bunny God intended! Einfach gesagt: Gott ist Bunny, Leben ist Bunny, Licht ist Bunny, alles ist Bunny. Im Namen des Vaters und des Sohnes, und des heiligen Bunny’s – Amen!
Church of the Cosmic Bunny website: http://bunnyreligion.blogspot.com
Willkommen im Finger Skate Park.
Februar 27, 2008
Skaten. Was anfangs nach therapeutischer Akrobatik für NeoPunks aussah, ist (hingegen aller Beschwörungen unserer Eltern und Lehrer) auch heute noch eine waschechte Jugendkultur und Lebenseinstellung, die keinen Knochen heile lässt. Kurz: Der Kult ums Board ist einfach nicht zu knacken. Weder philosophisch, noch wirtschaftlich. Und das ist auch gut so, denn langweilig wirds scheinbar noch lange nicht - im Gegenteil. Hunderte von Clips und Videos, Sites und Slides über sogenannte Fingerskater und deren Competitions, Battles, Communities oder Best-of-moves kursieren seit einiger Zeit im Netz. Beim Fingerskaten handelt es sich um Sprünge und wahre Kunststücke mit einem Miniatur-Skateboard in Kombination mit Drehungen und Bewegungen der Finger bzw. der Hand / des Handgelenks.
Mehr auch unter http://sk8rstv.com/
Unvergessen: Weather with you.
Februar 14, 2008
Es gibts Songs, die man immer wieder mal gern hört. Und es gibt Songs, die man einfach nicht vergisst. Als ich „Weather with you“ das erste mal gehört habe, muss ich so um die 14 gewesen sein – und obwohl ich mit Haut und Haar dem Hip Hop verschrien war, brannte sich diese Melodie wie ein Stück glühende Grillkohle in mein faseriges Hirn. Ein Höchstmaß an Harmonie und Melodie hatte meinen damaligen Gangsta-Grundsatz in Nu gebrochen. Ich konnte es selbst kaum fassen – und um nicht in Erklärungsnot zu geraten, erzählte ich es einfach niemandem. Schon garnicht meinen Gangsta-Jungs.
18 Jahre sind seitdem vergangen. Und mittlerweile habe ich eher Probleme, mit anderen über meine „Gangsta“ Vergangenheit zu sprechen, als mit ihnen über „Wheather with you“ zu sinnieren.
Immer wenn ich “Weather with you“ höre (was wirklich nicht oft vorkommt), erinnere ich mich zurück an eine Zeit, in der der Hip Hop regierte, in der es keine Handys gab und Joints einfach anders rochen als heute. Es wäre, als würde ein Film ablaufen. Mein Film. Dramaturgisch sauber und nicht länger oder kürzer als der Song selbst. Und nur die besten Sequenzen tauchen wieder auf. Viel Vergnügen und viele unvergessliche Erinnerungen mit einem absolut genialen Song.
Crowded House: „Weather with you“ www.crowdedhouse.com
Gesund in den Tod. Die weltweit erste Zigarette mit Vitamin E.
Januar 28, 2008
Krank: Die German Tabacco Group AG präsentiert die weltweit erste Zigarette mit Vitamin E. Laut Hersteller handelt es sich dabei um KEINE “riskikoärmere Zigarette“, jedoch um eine, die neben natürlichem Vitamin E (das in der Presseverlautbarung als “Liebesvitamin“ bzw. „Fruchtbarkeitsvitamin“ angepriesen wird) auch noch einen besseren Geschmack bietet. Netterweise betont man noch, dass es keine zu 100% „gesunde Zigarette gibt“ und auch S.A.L.E Vitamin E (so der einfallsreiche Name des neuen Glimmstengels) dies nicht für sich in Anspruch nimmt. Vielen Dank für so viel Ehrlichkeit und Verantwortungsgefühl.
23andme. Gentest via Internet.
Januar 24, 2008
23andme.com bietet ab sofort allen europäischen, und somit auch deutschen Kunden die Möglichkeit, einen individuellen Gentest via Internet durchzuführen. Wer es tatsächlich auf (s)eine Probe ankommen lassen will, bekommt vom amerikanischen Biotech Start-up 23andme sogar prompt ein Röhrchen mit Wattetupfer zugeschickt. Denn: Eine einfache Speichelprobe reicht völlig aus. Die persönlichen Ergebnisse des Tests können schon nach kurzer Zeit auf der Website von 23andme.com abgerufen werden.
Die Kosten für den Test liegen bei ca. 695 Euro plus 31 Euro Versand. Nicht gerade teuer für einen schonungslosen Einblick in die eigene Genetik, wenn die ungewisse Zukunft das Leben kosten kann. Was nur, wenn der Test eine ungemütliche Wahrheit ans Licht bringt? Grüner Star mit 34, Krebs mit 53 oder Alzheimer mit 66? Na ja, vielleicht immer noch besser als eine nachgewiesene Verwandtschaft zu Britney Spears oder Nikolai Walujew.
Blasen für Bananen. Affenstriche in Indonesien.
November 22, 2007
Kaum zu fassen: diese Geschichte klingt so verdammt skuril, dass man fast glauben könnte, sie wäre frei erfunden. Aber wer zum Teufel würde auf solche kranken Ideen kommen? Gerade brühwarm erzählt bekommen: In Indonesien wurde in einem Dorf ein Orang-Utan Weibchen als Prostituierte gehalten. Ihre „Puff-Mutter“ hat sie für die Freier (die zum größten Teil Männer sind) täglich rasiert und aufgehübscht. Tierschützer konnten das Tier nur mit 35 bewaffneten Polizisten befreien, weil sich die Dorfbewohner mit allerhand Waffen zur Wehr setzten. Das Beste an dieser Geschichte ist jedoch, dass es sich dabei scheinbar um keinen Einzelfall handelt: In Indonesien gibt es regelrechte Affenstriche. http://www.viceland.com/int/v14n10/htdocs/yo1.php?country=us
Chlorofilia 2106. Organisch denken.
November 22, 2007
Chlorofilia 2106 ist eine hoffnungsvolle Zukunftsvision, die den erschütternden Schreckenbildern gigantischer Zukunftsstädte endlich mal mit einem positiven Ansatz entgegentritt. Frei nach dem Motto: „Organisch denken, nicht ökologistisch“. Schön ist vor allem, dass mit Chlorofilia eine inszenierte Geschichte entstanden ist, die zumindest versucht, die Lethargie des scheinbar unbeeinflussbaren globalen Verfalls in einen positiven Aktivismus umzuwandeln. Damit ist Chlorofilia zwar noch kein Patentrezept, keine Anleitung zur besseren Welt, aber immerhin ein lohnenswertes Gegenwicht zur allgegenwärtigen Schwarzmalerei. Sehr erfreulich.



