Die alles entscheidende Trennbalkenfrage.
November 10, 2007
Nachmittags im Lidl. Kasse 4. Ich lege meinen wohldurchdachten Discount-Einkauf aufs Fließband. Und kaum ist der Einkaufswagen im Eiltempo leergeräumt, stelle ich mir auch schon wieder diese semiphilosphische, alles entscheidende Frage: Bin ich jetzt ein Volliditot, wenn ich den neonfarbenen Trennbalken auf das Fließband lege, um meinen Einkauf vorschriftsgemäß von dem meines Hintermannes zu “trennen”? Dem geschätzen Hintermann quasi die ganze Arbeit, also das Drauflegen des Trenners, komplett abnehme, um ihn mit meiner “kleinen Aufmerksamkeit” respektvoll zu würdigen? Oder bin ich ein Vollidiot, wenn ich genau das nicht tue, einfach den versierten Ignoranten spiele und solange warte, bis mein Hintermann, sichtlich angefressen, das gelobte Trennholz vor Wut von alleine auf das Fließband pfeffert, um mir wortlos zu verstehen zu geben, dass ich ein soziales Arschloch bin. Kann es tatsächlich sein, dass man heute als vermeintlich anständiger Mensch in einen Supermarkt geht und im schlechtesten Fall als soziales Arschloch wieder raus kommt?
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November 10, 2007 at 1:22
Lustig das du’s erwähnst, letztens auch noch drüber mit jemandem geredet. Das ist so eine Langzeitmarotte von mir es nicht zu machen. Nie, unter keinen Umständen. Bei der individuellen Erfassung der Situation sind Faktoren wie Artikelanzahl und Wert, Minimalnähe, Reihenfolge, Alter und allgemeiner und besonderer Stresslevel zu beachten. Alles in allem ist das Ergebnis aber eindeutig: nur in einem von 30 Einkäufen legt der Vor- oder Hintermann nicht eigenständig den Warentrenner auf. Das beschäftigt übrigens mehr Leute, als man denkt: http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,284728,00.html